Sportverband
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§ 15

 

Schießsportverbände, schießsportliche Vereine

(1)

Als Schießsportverband im Sinne dieses Gesetzes wird ein überörtlicher Zusammenschluss schießsportlicher Vereine anerkannt, der

 

1.

wenigstens in jedem Land, in dem seine Sportschützen ansässig sind, in schießsportlichen Vereinen organisieret ist

 

2.

mindestens 10 000 Sportschützen, die mit Schusswaffen schießen, als Mitglieder insgesamt in seinen Vereinen hat,

 

3.

den Schießsport als Breitensport und Leistungssport betreibt,

 

4. a)

auf eine sachgerechte Ausbildung in den schießsportlichen Vereinen und

 

b)

zur Förderung des Nachwuchses auf die Durchführung eines altergerechten Schießsports für Kinder oder Jugendliche in diesen Vereinen

 

hinwirkt.

 

5.

regelmäßig überregionale Wettbewerbe organisieret oder daran teilnimmt

 

6.

den sportlichen Betrieb in den Vereinen auf der Grundlage einer genehmigten Schießsportordnung organisiert und

 

7.

im Rahmen eines festgelegten Verfahrens die ihm angehörenden schießsportlichen Vereine verpflichtet und regelmäßig darauf überprüft, dass diese

 

a)

Die ihnen nach diesen Gesetz oder auf Grund dieses Gesetzes obliegenden Pflichten erfüllen,

 

b)

Einen Nachweis über die Häufigkeit der schießsportlichen Aktivitäten jedes ihrer Mitglieder während der ersten drei Jahre, nachdem diesem erstmalig eine Waffenbesitzkarte als Sportschütze erteilt wurde, führen und

 

c)

Über eigene Schießstätten für die nach der Schießsportordnung betriebenen Disziplinen verfügen oder geregelte Nutzungsmöglichkeiten für derartige Schießstätten nachweisen

(2)

Sonderregelung

(3)

Die Anerkennung erfolgt durch das Bundesverwaltungsamt

(4)

Die zuständige Behörde hat das Recht, jederzeit den Nachweis über das Vorliegen der Voraussetzungen für die Anerkennung zu verlangen. Die Anerkennung kann zurückgenommen werden, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 1 für ihre Erteilung nicht vorgelegen haben; sie ist zurückzunehmen, wenn die Voraussetzungen weiterhin nicht vorliegen. Die Anerkennung ist zu widerrufen, wen eine der Voraussetzungen für ihre Erteilung nachträglich entfallen ist.

(5)

Der schießsportliche Verein ist verpflichtet, der zuständigen Behörde Sportschützen, die Inhaber einer Waffenbesitzkarte sind und die aus ihren Verein ausgeschieden sind, unverzüglich zu benennen

(6)

Sportliches Schießen liegt dann vor, wenn nach festen Regeln einer genehmigten Sportordnung geschossen wird. Schießübungen des kampfmäßigen Schießens, insbesondere die Verwendung von Zielen oder Scheiben, die Menschen darstellen, oder symbolisieren, sind im Schießsport nicht zulässig.

(7)

Das Bundesverwaltungsamt entscheidet über die Genehmigung der Teile der Sportordnungen der Schießsportverbände, die für die Ausführung dieses Gesetzes und der auf seiner Grundlage erlassenen Rechtsverordnungen erheblich sind. …

 

1.

Vorschriften über die Anforderungen und die Inhalte der Sportordnungen zum sportlichen Schießen zu erlassen und insbesondere zu bestimmen, dass vom Schießsport bestimmte Schusswaffen wegen ihrer Konstruktion, ihrer Handhabung oder ihrer Wirkungsweise ganz oder teilweise ausgeschlossen sind

Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV)

Schießsportordnungen; Ausschluss von Schusswaffen; Fachbeirat

§ 5

Schießsportordnungen

(1)

Die Genehmigung einer Sportordnung für das Schießen mit Schusswaffen setzt insbesondere voraus, dass das Schießen nur auf zugelassenen Schießstätten veranstaltet wird und

1.

Jeder Schütze den regeln der Sportordnung unterworfen ist,

2.

Ausreichende Sicherheitsbestimmungen für das Schießen festgelegt und dabei insbesondere Regelungen zu den erforderlichen verantwortlichen Aufsichtspersonen (§10) getroffen sind

3.

Mit nicht vom Schießsport ausgeschlossenen Waffen (§ 6) durchgeführt wird

4.

Nicht im Schießsport unzulässige Schießübungen (§ 7) durchgeführt werden

5.

Jede einzelne Schießdisziplin beschrieben und die für sie zugelassenen Waffen nach Art, Kaliber, Lauflänge und Visierung bezeichnet sind, wobei bei einzelnen Schießdisziplinen auch ausdrücklich festgelegt werden kann, dass nur einzelne oder auch keine speziellen Vorgaben (freie Klassen) erfolgen, und

6.

Zur Ausübung der jeweiligen Schießdisziplin zugelassene Schießstätten zur regelmäßigen Nutzung verfügbar sind,

(2)

Dem Antrag auf Genehmigung einer Schießsportordnung sind die zur Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen wesentlichen Regelungen und Angaben, insbesondere auch die Beschreibung des Ablaufs der einzelnen Schießdisziplinen, beizufügen. Die Genehmigung von Änderungen der Schießsportordnung, insbesondere von der Neuaufnahme von Schießdisziplinen, ist vor Aufnahme des jeweiligen Schießbetriebes nach den geänderten regeln einzuholen. Der Wegfall oder der Ersatz der regelmäßigen Nutzungsmöglichkeit von nach Absatz 1 Nr. 6 angegebenen Schießstätten ist unverzüglich enzuzeigen.

(3)

Im Einzelfall kann ein Verband oder ein ihm angeschlossener Teilverband zur Erprobung neuer Schießübungen Abweichungen von den Schießdisziplinen der genehmigten Schießsportordnung zulassen. Zulassungen nach Satz 1 sind auf höchstens ein Jahr zu befristen und müssen die Art der Abweichung von der genehmigten Schießsportordnung bezeichnen; sie sind dem Bundesverwaltungsamt vor Beginn der Erprobungsphase anzuzeigen. Das Bundesverwaltungsamt kann zur Abwehr von gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung Zulassungen nach Satz 1 untersagen oder Anordnungen treffen.

(4)

Für das sportliche Schießen im Training und im Einzelfall für Schießsportveranstaltungen können Schießsportordnungen Abweichungen von den in ihr festgelegten Schießdisziplinen zulassen.

 

 

§ 6

Vom Schießsport ausgeschlossene Schusswaffen

(1)

Vom sportlichen Schießen sind ausgeschlossen;

1.

Kurzwaffen mit einer Lauflänge von weniger als 7,62 cm (drei Zoll) Länge;

2.

Halbautomatische Schusswaffen, die ihrer äußeren Form nach den Anschein einer vollautomatischen Kriegswaffe hervorrufen, die Kriegswaffen im Sinne des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen ist, wenn

a)

Die Lauflänge weniger als 42 cm beträgt,

b)

Das Magazin sich hinter der Abzugseinheit befindet (so genannte Bul-Bup-Waffen)     oder

c)

Die Hülsenlänge der verwendeten Munition bei Langwaffen weniger als 40 mm beträgt

3.

Magazine für halbautomatische Langwaffen mit einer Kapazität von mehr als zehn Patronen

(2)

Das Verbot des Schießsports mit Schusswaffen und Munition im Sinne der Anlage 2 Abschnitt 1 des Waffengesetzes bleibt unberührt

(3)

Das Bundesverwaltungsamt kann auf Antrag eines anerkannten Schießsportverbandes Ausnahmen von den Verboten des Absatzes 1 zulassen, insbesondere wenn es sich um in national oder international bedeutenden Schießsportwettkämpfen verwendete Schusswaffen handelt

 

 

§ 7

Unzulässige Schießübungen im Schießsport

(1)

Im Schießsport sind die Durchführung von Schießübungen in der Verteidigung mit Schusswaffen (§22) und solche Schießübungen und Wettbewerbe verboten, bei denen

1.

Das Schießen aus Deckungen erfolgt,

2.

Nach der Abgabe des ersten Schusses Hindernisse überwunden werden

3.

Das Schießen im deutlich erkennbaren Laufen gefordert wird

4.

Das schnelle Reagieren auf plötzlich und überraschend auftauchende, sich bewegende Ziele gefordert wird, ausgenommen das Schießen auf Wurf- und auf laufende Scheibe

5.

Das Überkreuzziehen von mehr als einer Waffe (Cross Draw) gefordert wird

6.

Schüsse ohne genaues Anvisieren des Ziels (Deutschüsse) abgegeben werden, ausgenommen das Schießen auf Wurfscheibe, oder

7.

Der Ablauf der Schießübung dem Schützen vor ihrer Absolvierung nicht auf Grund zuvor festgelegter Regeln bekannt ist

Die Veranstaltung der in Satz 1 genannten Schießübungen und die Teilnahme als Sportschütze an diesen sind verboten

(2)

^Das Verbot von Schießübungen des kampfmäßigen Schießens (§ 15 Abs. 6 Satz 2 des Waffengesetzes) und mit verbotenen vom Schießsport ausgeschlossenen Schusswaffen oder Teilen von Schusswaffen (§ 6 ), soweit nicht eine Ausnahme nach § 6 Abs. 3 erteilt ist, bleibt unberührt

(3)

Die Ausbildung und das Training im jagdlichen Schießen einschließlich jagdlicher Schießwettkämpfe werden durch die vorstehenden Regelungen nicht beschränkt

 

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